Wann ist ein Schriftsteller ein großer Schriftsteller? Ganz einfach: Wenn er Worte für etwas findet, das man oft schon gefühlt hat, aber irgendwie nie benennen konnte. Was wiederum alles andere als einfach ist, aber deshalb gibt es ja auch eher wenige große Schriftsteller. Dennis Lehane ist einer, weil er, nur so zum Beispiel, Trauer so beschreibt: „Eine völlige Taubheit, ein Sieden im Nichts. Eine verätzte Seele.“
Steht in „Der Abgrund in dir“, seinem neuen Buch, das jetzt erscheint. Und dieses Gefühl durchlebt Rachel Childs, eine Bostoner Journalistin, klug, schön, haltlos, panikgestört. Der beste Mensch in ihrem Leben ist Brian, ihr Mann, der sie nimmt, wie sie ist, und sie heil macht. Und der plötzlich Geheimnisse hat und lügt; und da tut er sich auf, dieser Abgrund, von dem im Titel…
