Ich habe große Selbstzweifel. Und ich habe sie gern. Was soll daran so schlimm sein, mich immer wieder zu fragen, ob ich auf dem rechten Weg bin, ob ich recht habe, oder ob es gar nicht ums Rechthaben geht; ob ich so, wie ich bin, gut bin, und ob ich so bleiben möchte. Der Zweifel gehört zum Selbstbewusstsein wie die Hefe in den Pizzateig. Es gärt, es wächst, es reift. Wer schon alles zu kennen glaubt, lernt nichts Neues mehr. Zweifeln heißt nachfragen, und Selbstzweifel ist die Neugier auf eine andere, bessere, durchdachtere Version des eigenen Ichs. Mich gruselt es vor jenen Selbstzufriedenen, die sich Entwicklungen versperren, alles zu wissen glauben und vor allen Dingen alles besser.
In meiner Wahrnehmung – und die fraglos vielen, auf die diese Beobachtung nicht…
