Aus riesigen Stängeln scheinen grüne Elefantenohren zu wachsen, auf denen die Tropfen zerspringen wie Kristalle auf hartem Boden. Lauwarmer Regen trommelt, prasselt, klatscht auf verschlungene Äste, versinkt in Moos, das sich wie ein weicher Teppich auf Baumstämme gelegt hat. Bis plötzlich wieder Sonne zwischen die Baumriesen kriecht, Blätter im Licht glänzen wie von dickem grünen Lack überzogen. Dunst steigt auf, der Dschungel dampft, handtellergroße Schmetterlinge tänzeln durch die schwere Luft, und ein Rotaugenfrosch, einer von Costa Ricas Ureinwohnern, glotzt uns an. Es quakt, zirpt, zischt, es trillert, gurrt und quiekt – ein einziger Sturm auf die Sinne. Anderthalb Stunden sind wir bereits mit unserem Guide José Carmito durchs Dickicht gelaufen. Jetzt sitzen wir auf der Holzplattform, die Sofia Stein und ihr Bruder Jürgen mitten im Dschungel nahe des Dorfes Bananito…