Schlecht ein-, schlecht durchschlafen, kreisende Gedanken, ruhelose Beine, rastloses Rumwälzen. Was ist da bloß los? Früher hielt ich meinen Schlaf für ein notwendiges Übel das, ähnlich wie Hausaufgabenmachen, Zähneputzen und Gemüseessen, bedauerlicherweise zur Existenz dazugehörte. Schlafen kam mir vor wie verlorene Lebenszeit, und die späten Stunden, die ich unter der Bettdecke heimlich las oder unerlaubt vor dem Fernseher saß, fühlten sich an, wie dem Dunkel der Vergessenheit, der Schwärze der Nacht entrissene, besonders kostbare Momente.
Lange Zeit bewunderte ich Menschen, die mit vier Stunden Schlaf auskommen. Heute klingt für mich der Satz „Ich brauche wenig Schlaf“ ähnlich wie „Ich brauche nicht viel Liebe“ oder „Ich komme mit wenig Zufriedenheit aus“. Jeder, der schlecht schläft, der nachts wach gehalten wird von der existenziellen Angst, nicht schlafen zu können, weiß, dass Schlaf…
