Meine rauchenden Freunde sagen, ich sei der toleranteste Nichtraucher der Welt. Es stimmt, ich mag Raucher. Ich schätze ihren stillen Protest gegen den gesellschaftlichen Optimierungswahn. Man darf sogar bei mir im Wohnzimmer rauchen, ich finde es gemütlich, der Geruch erinnert mich an früher, als wir noch richtige Partys gefeiert haben. Und wenn irgendeine Supermutti das Fenster ihres benzinfressenden, die Umwelt verpestenden SUVs runterkurbelt und meine Freundin anpampt, weil die sich in Sichtweite eines Kinderspielplatzes eine Zigarette anzündet, dann kann ich sehr, sehr laut und wütend werden. Die Stigmatisierung von Rauchern ist nicht nur albern und verlogen, sie geht auch in die völlig falsche Richtung. Denn es gibt etwas, wofür sich Raucher wirklich schämen sollten, es aber nicht tun: das lässige Wegschnipsen ihrer Kippen.
Es ist doch paradox, dass die soziale…
