Liebe Leserin, lieber Leser,
»Nach einer durchgrübelten Nacht zurückrudern: keine schöne Sache« Pro-und-Kontra-Listen, fünf Meinungen einholen, vorsichtiges Abwägen? Als junge Frau fand ich solche klassischen Entscheidungswege langweilig und mutlos. Ich setzte lieber auf Bauchentscheidungen: schnell, knackig, ehrlich, so war meine Devise. Privat hatte das keine gravierenden Konsequenzen, außer ein paar Fehlkäufen im Kleiderschrank und einer Urlaubsreise an einen Ort, den ich bei längerem Überlegen vermutlich gemieden hätte.
Im Job allerdings brachte mich mein selbst auferlegter Spontaneitäts-Dauersprint etwas ins Schwitzen, als ich erstmals ein Team leitete. Ich entschied am laufenden Band, zwischen Tür und Angel, auch und gerade dann, wenn es stressig wurde. Später am Feierabend meldete sich dann aber manches Mal mein Kopf, in den bedauerlicherweise Fakten oder Gegenargumente sickerten, die meine Ad-hoc-Entscheidung im Nachhinein ins Wanken brachten. Mehrmals musste…
