»Der lange Weg in mein Poster-Paradies« Liebe Leserin, lieber Leser, als Jugendliche hatte ich ein Poster von Patagonien an meiner Wand. Patagonien. Ich liebte schon das Wort, das für mich magisch klang, und erst recht die Landschaft: Eisfjorde, gletscherblaue Seen, majestätisch-schroffe Berge, menschenleere Weite. Während des Erdkundeunterrichts blätterte ich in meinem braunen Diercke-Atlas heimlich auf die Südamerika-Seite, statt Bodenschätze im Ruhrgebiet zu verorten, und schwor mir: Sobald ich erwachsen bin, fahr ich da hin.
Doch dann kamen mir ein Kind dazwischen, Studium, Job, Trennung, neue Liebe, Partner mit Flugangst, noch ein Kind. Kurz: Das Leben bog immer irgendwo anders ab und ich gleich mit. Längst gab es Google Maps, und selten, ganz selten cruiste ich auf diese Weise in mein Poster-Paradies, das inzwischen ziemlich blass geworden war. Ich hatte…
