Wenn sich meine Kinder so richtig ungerecht behandelt fühlen, beginnen sie ihre Sätze mit: Alle anderen haben auch. Einen Hund, eine X-Box, ein Netflix-Abo. Mir geht es da nicht besser. Alle anderen – also: Freundinnen, Kolleginnen, Elternratsmitglieder – haben sich mit den Jahren spezielle Essgewohnheiten zugelegt. Vegan, Low Carb, clean, grüne Smoothies. Echte wie gefühlte Unverträglichkeiten werden gepflegt wie Koi-Karpfen. Nicht falsch verstehen, ich bin ja froh, dass es mittlerweile für jedes Stoffwechseltöpfchen das passende Deckelchen gibt. Ich frage mich bloß: Wie machen die das, ganz praktisch? Haben die keine Kinder – oder bloß nicht meine? Ich bin ja Familien-Ernährerin und damit Vorsitzende einer vierköpfigen GroKo. Da ist die Schnittmenge verdammt klein. Alles, was da drin ist, ist entweder fies fettig (Chicken Nuggets), fies teuer (Garnelen) oder beides (Lammkoteletts).
Klar…
