Keine Zeit – wie häufig ich das sage… oder zumindest denke. Vor allem aber fühle ich es. Permanent. Ich habe keine Zeit, Klavier zu üben, mich auf den Boden zu setzen und zu spielen, zu kochen, anzurufen. Ich bin oft zu spät, vergesse Dinge und habe andauernd ein schlechtes Gewissen, weil ich – genau: nicht genug Zeit habe für die Kinder, meinen Mann, meine Eltern, meine Freunde und für mich. Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass das Leben mich lebt und nicht umgekehrt. Und dann wurde neulich, als wir gerade aus der Tür gehen wollten, meiner Tochter plötzlich furchtbar übel. Wir schafften es gerade noch ins Bad. Mein perfekt durchorganisierter Tag rauschte die Toilette hinunter. Ich blieb zu Hause und las vor, kochte Tee und saß einfach nur…
