FÜR GERRIT RIETVELD war der Raum das Maß der Dinge, der Ausgangspunkt menschlichen Bewusstseins. Seitdem er 1924 das visionäre Schröder-Haus in Utrecht fertiggestellt hatte, waren funktionale, flexible Wohnräume sein Credo, geprägt von Linien und Flächen, die sich optisch zu einem harmonischen Bild zusammenfügen.
Naheliegend also, dass der Architekt auch Möbel nach dieser Maxime gestaltete. So minimalistisch wie möglich, reduziert auf eine blitzartige Linie, entwarf er 1932/33 den „Zickzack-Stuhl“ – über den er Jahre später sagte, er sei eigentlich „kein Stuhl, sondern ein gestalterischer Scherz. Eine Unterbrechung im Raum“.
Seit Mitte der Zwanzigerjahre hatte der Utrechter nach Möglichkeiten gesucht, einen Stuhl aus einem Stück Material zu falten, damit er kostengünstig von einer Maschine produziert werden könnte. Er experimentierte mit Stahlrohr, das sich aber als zu instabil erwies. Schließlich fand der gelernte…
