Eine kleine und junge Redaktion waren sie damals, 1949, im Jahr zwei des stern. Sie saßen im Pressehaus in Hannover, und sie hatten gehört, dass sich in der Nachbarstadt Celle jede Nacht ein sehr loses Leben abspielte.
Von den Celler Flugplätzen starteten jeden Tag die berühmten „Rosinenbomber“ der Amerikaner, die die Menschen in Berlin mit Care-Paketen versorgten – die „Luftbrücke“. Abends nach der Schicht saßen die Piloten in den Cafés und Bars von Celle. Sie hatten Dollars, es gab Gin und Sekt, Zigaretten und Schokolade. Und es gab Frauen, Kriegswitwen und andere, die nicht wussten, ob und wann ihre Männer zurückkommen würden.
Es waren, vier Jahre nach Kriegsende, wilde Celler Nächte, und irgendjemand in der Redaktion des stern, vielleicht Henri Nannen selbst, muss dem Fotografen Eberhard Grastorf gesagt haben: Mach…