Eine schwarzhaarige Frau sitzt auf einem Stuhl. Baggy-Jeans, weißes Shirt. Sie zieht es über den Kopf, als streife sie eine alte Haut ab. Drei Klebestreifen spannen sich über ihre nackte Brust. Dann tanzt sie, mitten auf einem Dreckberg, nicht elegant, sondern wild, ungestüm, stampfend, wie jemand, der sich ans Licht graben will.
Lorde ist zurück. Neuseelands größter Popstar, weltweit bekannt, 33 Millionen monatliche Spotify-Hörerinnen, zwei Grammys. Die Frau also, die als Mädchen mit dem Song „Royals“ bekannt wurde. Nun erscheint ihr viertes Album, das sie „Virgin“ nennt: Jungfrau, Unschuld, Transformation, all das spricht aus dem Wort. Und gleichzeitig: Blut, Begehren, Wut.
„Virgin“ ist der Versuch, im eigenen Körper heimisch zu werden. Seit „Solar Power“, das nach Sonne und Hippie-Exzess klang, sind fast vier Jahre vergangen. Lorde verschwand nach dem Album…
