Sie kamen zu zweit, ein Fahrer, ein Schütze, auf dem Motorrad, vermummt, im Morgengrauen. Die übliche Taktik: auftauchen, losschießen, schnell wieder verschwinden in den Weiten der syrischen Ödnis. Wie dunkle Wüstengeister, die ihre Opfer im Schlaf heimsuchen.
Jusuf al-Dschasim, 28, und sein Bruder Muhammad, 20, hatten keine Chance. Noch am Vorabend hatten sie gefeiert, ahnungslos, im Kreis der Kameraden und in der Mitte eine Platte frittierter Fisch. Auf dem letzten Bild, das sie lebend zeigt, lächeln sie. Wie sie sich gefreut hatten nach der Aufnahme bei den Demokratischen Kräften Syriens (SDF), einer kurdisch dominierten Miliz, in der aber auch Araber wie sie kämpfen. Stolz trugen beide denselben Kampfnamen, Schahin, Falke, auch wenn sie wussten, dass es wohl nie hoch hinaus gehen würde für sie. In ihrer Heimat Syrien ist kein…