Wir suchen Nähe. Wir wollen Zeuge sein. Wir wären gern dabei, wenn etwas geschaffen wird, das die Zeiten übersteht. Deswegen gehen wir ins Kino, um zu sehen, wie Keith Jarrett auf einem ramponierten Flügel ein Jahrhundertkonzert spielt („Köln 75“). Wie Bruce Springsteen auf einem Tonbandgerät einige seiner größten Songs einsingt („Deliver Me From Nowhere“). Deswegen sitzen wir stundenlang vor einer Doku-Serie über den Zerfall der Beatles, um zu erhaschen, wie Paul McCart-ney im Proberaum so lange klimpert, bis er wie aus dem Nichts „Get Back“ erschafft.
Und deswegen hören wir uns auch durch den vierten Teil der Beatles Anthology, 36 Lieder lang, um zu uns selbst sagen zu können: „Ja, so war es wohl.“
„Okay, go“, ruft jemand, dazu ein Scharren über die hohen Saiten einer E-Gitarre, danach Bass-Töne, als…