Es ist eine atemberaubende Szene, die sich am Strand von Recife, der Millio nenmetropole im Nordosten Brasiliens, abspielt: Nur 200 Meter vor der Atlantikküste, im unruhigen Meer, schwimmen Tigerhaie, zu erkennen an den grauen Rückenflossen, die schneidig durchs Wasser ziehen.
An der Promenade beobachten Touristen beim „Sharkspotting“ die Raubtiere in den Wellen, am Strand warnen rote Schilder, übersetzt: „Gefahr. Hai-Zone. Vermeiden Sie das Baden.“ Und doch befinden sich Hunderte Menschen im türkisblauen Wasser, in Sichtweite der Haie. Taucher schnorcheln geruhsam vor sich hin, Kleinkinder planschen voller Freude – und man möchte ihnen zurufen: Seid ihr noch bei Verstand?
„Keine Angst“, sagt Ricardo Abreu, 45. „Es ist Ebbe, die Haie schaffen es nicht durch die Riffe ins flache Wasser.“ Ricardo ist Strandbarbetreiber, „an einer der schönsten Stellen der gesamten brasilianischen Küste“,…