Ich bin ein mittelalter Leser, so um die Mitte 50, und ich schaffe jedes Jahr im Mittel um die 40 Bücher, überwiegend Romane. Sachbücher finde ich oft stilistisch uninteressant. Seit ein paar Jahren schreibe ich in ein Notizheft über jedes gelesene Buch, das erlaubt eine Art Bilanzprüfung: War es genug? Was fehlt? Was bleibt? Diese Liste, Produkt des Zufalls und mitnichten repräsentativ, vermittelt mir einen Eindruck des jeweiligen Jahrgangs.
Für 2025 lässt sich festhalten: geht so. Viel Gedümpel, wenig Herausragendes. Die Titel etwa, die für den Deutschen Buchpreis nominiert waren – oft ist mir die konkrete Erinnerung abhandengekommen, ein Bild, das sich verfangen hat, eine Stimmung, in die das Buch getränkt war. Vom Gewinnertitel „Die Holländerinnen“ etwa ist das Gefühl geblieben, etwas Undurchdringliches, recht Mühsames gelesen zu haben. Wie eine…
