Als ich kam und sah, waren die Eroberer schon da. Sohn und Tochter thronten zwischen purpurroten Sofakissen, in der einen Hand den Controller der Playstation, in der anderen eine Packung Naschzeug, strategisch postiert im geografischen Wohnungsmittelpunkt zwischen Toilette, Kühlschrank und Ladekabel-Station.
Eigentlich hatte ich mich immer für den Prototyp einer lässigen Modern Mum gehalten, aber in dem Moment funkte überraschend ein Teil von mir dazwischen, auf den ich schon länger nicht mehr gehört hatte. Und so hörte ich mich loszetern: Was ihnen einfiele, sich so im Wohnzimmer auszubreiten? Zwischen meinen Büchern, meinen Kerzenständern, meinen Lautsprechern? Der Zehnjährige fand als Erster die Sprache wieder: „Gehört Papa denn nichts davon?“
Kinder machen sich ungefragt breit, erst in uns, dann in unserem Leben, das ist ihr gutes Recht. Auch wenn sie sich dabei…
