FAMILIÄRE PRÄGUNG
Der Stiefvater Regisseur, die Mutter Bühnenbildnerin, der Halbbruder Schauspieler: Kein Zufall, dass Martin Brambach, 50, ebenfalls Künstler wurde. Er stammt aus der DDR, reiste 1984 mit der Mutter in den Westen aus, schmiss das Abitur und machte schnell Theaterkarriere. Seit 2016 ist er „Tatort“-Kommissar in Dresden.
Ein Tag also in Recklinghausen. Ruhrgebiet, Fußgängerzone, Baustellenlärm, Müllwagen, Kirchturmglocken, Frühstückscafé, Ruhrpottslang an den Außentischen. Mittendrin sitzt der Mann, der Pfingstmontag wieder als Kommissar im Dresdner „Tatort“ zu sehen ist, zieht an einer Zigarette und drückt die Kappe tief in sein Gesicht. Eine überflüssige Schutzmaßnahme, denkt man noch. Denn es ist ja nicht so, als würde der Schauspieler Martin Brambach, 50, im Alltag ständig erkannt; er hat ein Gesicht, das sich immer und überall in seine Umgebung einblendet, ohne groß aufzufallen.
Es…
