Das letzte Orang-Utan-Baby, das zu Signe Preuschoft kam, war Kartini, 15 Monate alt. Kulleraugen, orangefarbenes Strubbelfell. Eingefangen von Landarbeitern, die behaupteten, der kleine Affe sei plötzlich ganz allein auf ihrem Land aufgetaucht.
Signe Preuschoft weiß, dass das nicht stimmen kann. Eine Affenmutter würde ihr Baby nie alleinlassen. „Wahrscheinlich wurde sie von Wilderern getötet“, sagt sie, „oder von der Arbeiterfamilie selbst.“ Preuschoft hat das oft erlebt: „Die Menschen töten die Mutter, weil sie Nahrung von ihren Feldern klaut, und dann rührt das Baby sie doch. Sie fangen es, stecken es in einen Hühnerkäfig und rufen die Polizei. Und die verständigt dann uns.“
Mehrmals im Monat erhalten Signe Preuschoft, 57, Orang-Utan-Schützerin aus Tübingen, und ihr Team solche Anrufe. Hinter diesen Rettungseinsätzen steht ein Drama, dem Preuschoft seit mehr als elf Jahren, die…
