Abendkleider aus angeschwemmtem Plastikmüll, PET-Flaschen, die zu Schuhen verarbeitet werden. Das klingt doch sehr fortschrittlich.
FRIEDERIKE PRIEBE: Das klingt, als ziehe man dem süßen Robbenbaby persönlich den Plastikstrohhalm aus der Nase, indem man solche Produkte kauft. Das kann durchaus an Verbrauchertäuschung grenzen.
Warum?
Wenn wir Plastik aus dem Ozean recyceln und zu Kleidung machen, haben wir das Problem nicht gelöst – das Plastik wird zwar noch einmal genutzt, doch früher oder später landet es wieder im Müll. Es ist nur ein Zwischenschritt, der den Abfall nicht reduziert. Das ist gutes Marketing, aber keine nachhaltige Lösung.
Tut aber auch niemandem weh, oder?
Na ja, einerseits wollen sich die Firmen damit ein Stück weit von dem Vorwurf freikaufen, Fast Fashion zu produzieren, also Klamotten, die nur eine gewisse Zeit getragen werden, dann…
