Grüne Berge weisen uns den Weg auf dem Peloponnes. Leuchtend gelber Ginster säumt die Straße, elegante Zypressen stehen Spalier, vor weiß getünchten Häusern blühen Oleander und Granatapfel, und die Luft – weich wie Samt. „Es ist ja wunderschön hier“, sage ich zu Anna, die neben mir am Steuer sitzt, „aber irgendwie nicht mehr so berauschend wie damals mit 20, oder?“ Anna, deren Glas immer eher halb voll ist statt halb leer, antwortet: „Och, ich find’s heute anders schön, weil man sich an früher erinnert.“
Wie recht sie hat. Als wir mit offenen Fenstern an der ersten Mautstation stehen und die Abgase der Lkws einatmen, ist es wieder da: das Gefühl der ersten Reise allein, ans Meer, als Teenager, als man an irgendeiner Tanke plötzlich die Verheißungen des Südens erahnte, die…