Wie sehr es sich lohnt, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, zeigte sich an einem Samstag vor drei Jahren, als ich dabei war, aus der U-Bahn auszusteigen. Ich schaute zufällig auf den Boden und sah ein längliches Stück Papier. Ein Geldschein? Nein, ein Zettel, beschrieben mit Kugelschreiber, er musste jemandem aus der Tasche gefallen sein. Ich hob ihn auf und las: „50 Gramm getrocknete Tomaten, Pinienkerne, Schweinefilet, Spargel, Frühstücksspeck“. Ein paar Tage später fand ich auf dem Weg zum Geldautomaten einen zweiten: „Magerquark, Salat, Avocado, Lachs, Bohnen, Joghurt“. Und noch ein paar Tage später einen dritten, auf einem Bahnsteig im Hauptbahnhof, ein Post-it, auf dem mit weiblicher Handschrift geschrieben war: „Hemd 32 weiß, Kleid/Blazer, Karten, billiger Lippenstift“. Ich war fasziniert – so sehr, dass ich die Zettel mit…
