Es zerreißt mir das Herz, Menschen, die ich liebe, weinen zu sehen. Besonders, wenn es meine Tochter ist. Ein neunjähriges Mädchen, dass an der Welt verzweifelt. An Lehrerinnen, für die sie nicht gut genug funktioniert, an Freundinnen, die je nach Laune Zuneigung gewähren oder entziehen – und an sich selbst. Oder vielmehr: an den Gedanken, die sie sich darüber macht, was andere von ihr denken. Dabei wird aus einer puren Annahme schnell gefühlte Wirklichkeit. Meine Tochter leidet dann, ist furchtbar enttäuscht. Und ich denke: verrückt! Und weiß: Das kenne ich. Wie oft grüble ich darüber, warum jemand nicht angerufen, dies oder jenes gesagt oder gerade nicht gesagt und auf diese seltsame Art geguckt hat. Dann interpretiere ich und ziehe Schlüsse, verüble und bin getroffen.
Wenn ich Glück habe, fällt mir…
