Sie kommen mit ihren Kindern, manche sind noch in der Babytrage. Sie laufen fast eine Stunde über den Strand, sie haben Campingstühle dabei oder Geschenke, die klein genug sind, um durch die engen Maschen des Stahlzaunes zu passen. Spielzeugfiguren, ein Stück Stoff oder ein Zettel mit einem Kuss darauf.
Der Ort, zum dem sie pilgern, heißt „Friendship Park“, Park der Freundschaft. Er liegt am Pazifik, dort, wo Amerika und Mexiko ineinanderfließen, zwischen San Diego und Tijuana. „Friendship Park“, das klingt nach Picknick und Freizeit. Aber eigentlich ist es eine Art Freiluftgefängnis, eine Grenzanlage mit sechs Meter hohen Stahlstreben und einer 15 Meter breiten Besucherzone, abgeriegelt mit drei Reihen Draht. Kein Kiosk, keine Bank, um sich kurz auszuruhen, kein Schutz vor der Sonne. Und trotzdem: An jedem Wochenende kommen Hunderte. Sie…
