Vor sechs Jahren landete eine junge nigerianische PC-Technikerin am Flughafen im spanischen Valencia. Blessing Okoedion, 26, war voll Vorfreude auf ihren neuen Job in einem Computerladen. Vermittelt hatte ihn ihr eine Frau, die sie zu Hause in Benin City, einer Stadt im Süden Nigerias, in der Kirche kennengelernt hatte. Mit dem Geld, das sie zu verdienen hoffte, wollte Blessing Okoedion ihre Familie unterstützen, vielleicht Medizin studieren.
Doch alles kam anders: Kaum gelandet, wurde sie von einer Fremden in den Zug nach Neapel gesetzt. Dort sei der Laden, sagte die Frau. Ein Paar holte Blessing Okoedion schließlich vom Bahnhof ab. Doch es gab keinen Laden, stattdessen zwang man sie als Prostituierte auf den Straßenstrich. Du musst deine Schulden abarbeiten, hieß es, für die Reise, die gefälschten Papiere, die Unterkunft: 65 000…
